Schweizer Paar bei Wohnungsbesichtigung in Zürich mit Blick durch grosse Fenster auf die Stadt

Der mittlere Preis für eine Eigentumswohnung im Kanton Zürich liegt bei 1,1 Millionen Franken – und die Preise steigen weiter. Wer hier kaufen oder investieren will, braucht mehr als ein gutes Budget: Sie brauchen einen Makler, der den lokalen Markt kennt und Ihre Interessen vertritt. Das Problem? Die Branche ist unübersichtlich, Provisionen sind oft intransparent, und die Qualitätsunterschiede zwischen Maklern sind enorm. RealAdvisor bietet einen Ansatz, um diese Orientierungslosigkeit zu reduzieren. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen, worauf Sie bei der Maklerauswahl achten sollten – basierend auf meiner Beratungspraxis im Grossraum Zürich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Inhalt dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Konsultieren Sie einen qualifizierten Immobilienexperten oder Notar für Ihre persönliche Situation.

Maklersuche Zürich in 60 Sekunden:

  • Qualitätskriterien: SVIT-Ausbildung, lokale Marktkenntnis, transparente Provision
  • Provision üblich: 2-3% des Kaufpreises, Zahlung bei Abschluss
  • Drei Käuferprofile: Eigennutzer, Investor, Erstkäufer – verschiedene Anforderungen
  • Digitale Vergleichsplattformen sparen Zeit bei der Vorauswahl
  • Grösster Fehler: Exklusivvertrag ohne Ausstiegsklausel unterschreiben

Was einen guten Immobilienmakler in Zürich wirklich ausmacht

Seien wir ehrlich: In der Schweiz kann sich jeder Immobilienmakler nennen. Es gibt keine bundesweite Lizenzpflicht – anders als in Deutschland. Das bedeutet für Sie als Käufer: Die Qualitätsunterschiede sind enorm, und Sie müssen selbst prüfen, mit wem Sie es zu tun haben.

Ein gutes Erstgespräch zeigt die Kompetenz des Maklers



Was zählt wirklich? Nicht die Grösse des Büros. In meiner Beratungspraxis im Grossraum Zürich (circa 80 Mandanten pro Jahr, 2022-2025) habe ich vier Kriterien identifiziert, die seriöse Makler von mittelmässigen unterscheiden:

  • Formale Qualifikation: Der eidgenössische Fachausweis für Immobilienfachleute umfasst laut SVIT Ausbildung Immobilienfachleute rund 340 Lektionen über 14 Monate. Ein Makler mit dieser Ausbildung kennt die rechtlichen Grundlagen.
  • Lokale Marktkenntnis: Ein guter Makler weiss, dass Preise im Kreis 4 anders funktionieren als in Höngg oder am Zürichsee. Er kennt die Mikromärkte.
  • Transparente Provision: Die übliche Provision liegt bei 2-3% des Kaufpreises. Ein seriöser Makler nennt diesen Prozentsatz im Erstgespräch – und erklärt, wer zahlt.
  • Referenzen: Fragen Sie nach drei Abschlüssen der letzten zwölf Monate im Segment, das Sie interessiert.

35%

Preisanstieg bei Eigentumswohnungen im Kanton Zürich in den letzten zehn Jahren

Bei diesen Preisentwicklungen – der Kanton Zürich verzeichnet gemäss aktuellen Immobilienpreisdaten des Kantons Zürich 2024 einen Anstieg von mehr als 35% bei Eigentumswohnungen – kann eine schlechte Maklerauswahl Sie schnell fünfstellige Beträge kosten. Entweder durch überhöhte Provisionen oder durch verpasste Verhandlungsspielräume.

So wählen Sie den richtigen Makler für Ihr Vorhaben

Die Anforderungen an einen Makler hängen davon ab, was Sie vorhaben. Ein Erstkäufer braucht andere Unterstützung als ein erfahrener Investor. In der Praxis sehe ich drei typische Profile – und jedes erfordert einen anderen Maklertyp.

Welcher Maklertyp passt zu Ihrem Vorhaben?

  • Sie kaufen für den Eigenbedarf:
    Suchen Sie einen Regionalmakler mit Wohnimmobilien-Spezialisierung. Wichtig: Erfahrung mit Stockwerkeigentum und Kenntnis der Quartiere.
  • Sie investieren zur Kapitalanlage:
    Wählen Sie einen Makler mit Renditeanalyse-Kompetenz. Er sollte Mietrenditen berechnen und Vermietungspotenzial einschätzen können.
  • Sie kaufen zum ersten Mal in der Schweiz:
    Bevorzugen Sie einen Makler mit Erfahrung bei Lex-Koller-Fällen und Finanzierungsanbindung. Er kennt die Besonderheiten für Neuzuzüger.

Sie kaufen für den Eigenbedarf

Wenn Sie eine Wohnung oder ein Haus für sich selbst suchen, zählt vor allem eines: Der Makler muss Ihre Lebensrealität verstehen. Schulwege, Arbeitsweg, Lärmbelastung – das sind keine Nebensachen. Ein guter Eigenbedarfsmakler hat mindestens fünf Jahre Erfahrung im Wohnimmobilienbereich und kennt die Quartiere persönlich.

Die Frage, die ich meinen Mandanten immer stelle: Hat der Makler selbst in Zürich Wohneigentum gekauft? Die Antwort sagt viel über seine Praxisnähe.

Sie investieren zur Kapitalanlage

Als Investor brauchen Sie einen Makler, der rechnen kann. Bruttorendite, Nettorendite, Leerstandsrisiko – wenn der Makler bei diesen Begriffen zögert, suchen Sie weiter. In Zürich liegt die Bruttorendite bei Wohnimmobilien oft unter 3%, was bedeutet: Jeder Prozentpunkt zählt. Wer hier Fehler macht, verliert bares Geld.

Ein Tipp aus meiner Praxis: Wenn Sie sich für Investitionsmöglichkeiten interessieren, finden Sie hier Tipps für Investitions-Chancen, die auch ausserhalb des klassischen Maklerwegs funktionieren.

Sie kaufen zum ersten Mal in der Schweiz

Für Erstkäufer – besonders aus dem Ausland – gelten besondere Regeln. Gemäss kantonalen Regelungen Lex Koller Zürich können EU- und EFTA-Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz Grundstücke ohne Einschränkung erwerben. Für Drittstaatenangehörige gilt: Ohne Niederlassungsbewilligung C ist nur der Kauf einer selbstbewohnten Hauptwohnung bewilligungsfrei möglich.

Ein Makler, der diese Regelungen nicht im Schlaf kennt, ist für Erstkäufer ungeeignet. Punkt.

Traditioneller Makler vs. Digitalplattform: Der ehrliche Vergleich
Kriterium Traditioneller Makler Digitalplattform Direktkauf
Kosten 2-3% Provision Meist kostenlos für Käufer Keine Maklerkosten
Zeitaufwand Mittel Gering (Vorauswahl) Hoch
Marktkenntnis Hoch (wenn spezialisiert) Variabel Nur eigene Recherche
Verhandlung Professionell Vermittelt Kontakt Allein
Rechtssicherheit Hoch (bei SVIT-Mitglied) Variabel Eigene Verantwortung

RealAdvisor: Transparente Maklervermittlung für Käufer in Zürich

Der Zürcher Immobilienmarkt ist fragmentiert: Dutzende Maklerbüros, unterschiedliche Spezialisierungen, kaum vergleichbare Bewertungen. Genau hier setzt RealAdvisor an. Die Plattform ermöglicht einen strukturierten Vergleich von Immobilienmaklern – mit dem Ziel, die Vorauswahl zu vereinfachen.

Digitale Vergleichsplattformen erleichtern die Maklerauswahl



Wie funktioniert das? RealAdvisor aggregiert Maklerprofile und bietet Nutzern die Möglichkeit, nach Standort und Objekttyp zu filtern. Das System zeigt verfügbare Makler in Ihrer Region – in diesem Fall Stadt Zürich und Umgebung. Anders als bei klassischen Verzeichnissen liegt der Fokus auf Transparenz: Nutzer können Profile vergleichen, bevor sie Kontakt aufnehmen.

Der Vorteil für Sie als Käufer: Sie sparen Zeit bei der Recherche. Statt zehn Websites abzuklappern, erhalten Sie eine Übersicht auf einer Plattform. RealAdvisor richtet sich dabei explizit an Käufer und Investoren – nicht an Verkäufer. Das bedeutet: Die Interessen sind klar ausgerichtet.

Gut zu wissen: Für detaillierte Informationen zu verfügbaren Maklern und Funktionen der Plattform besuchen Sie realadvisor.ch direkt.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Maklerwahl in Zürich

In meiner Beratungspraxis im Grossraum Zürich (circa 80 Mandanten pro Jahr, 2022-2025) beobachte ich regelmässig dieselben Fehler. Das Tückische: Sie passieren oft schon vor der ersten Besichtigung.

Immobilien in Zürich erfordern sorgfältige Maklerauswahl



  1. Exklusivvertrag ohne Prüfung der Kündigungsklausel unterschreiben. In meiner Beratungspraxis beobachte ich regelmässig, dass Erstkäufer Exklusivverträge unterschreiben, ohne die Kündigungsklausel zu prüfen. Die Folge: 4-6 Monate Bindung, bei Maklerwechsel droht Doppelprovision. Dieser Befund ist auf meine regionale Praxis beschränkt und kann je nach Objektpreisklasse variieren.
  2. Provision nicht im Voraus klären. „Das besprechen wir später“ ist ein Warnsignal. Ein seriöser Makler nennt die Provision beim Erstgespräch.
  3. Finanzierung nicht vor der Maklersuche klären. Ich rate immer: Holen Sie die Finanzierungszusage der Bank, bevor Sie Makler kontaktieren. Sonst verlieren Sie Zeit mit Objekten, die Sie sich nicht leisten können.
  4. Spezialisierung nicht prüfen. Ein Gewerbemakler ist nicht automatisch gut für Wohnimmobilien. Fragen Sie konkret nach Erfahrung in Ihrem Segment.
  5. Referenzen nicht einfordern. Kein Makler sollte Probleme haben, drei Abschlüsse der letzten zwölf Monate zu nennen.

Vorsicht bei Exklusivverträgen ohne Ausstiegsklausel: Ohne klare Kündigungsfrist können Sie bis zu sechs Monate gebunden sein – auch wenn der Makler nicht liefert. Bestehen Sie auf einer Klausel mit maximal drei Monaten Bindung und definiertem Leistungskatalog.

Fall aus meiner Praxis: Stefan, Investmentkäufer

Ich habe Stefan begleitet, 42, leitender Ingenieur bei einem Zürcher Technologieunternehmen. Er suchte eine Eigentumswohnung zur Kapitalanlage, Budget CHF 1,2 Mio, Kreis 4 oder 5. Das Problem: Drei Makler kontaktierten ihn – und alle forderten sofort einen Exklusivvertrag, bevor sie überhaupt Objekte zeigten. Keine Möglichkeit, die Maklerqualität vorab zu prüfen. Die Lösung fand Stefan über eine digitale Vergleichsplattform mit transparenten Bewertungen. Dort konnte er Maklerprofile vergleichen, bevor er sich band.

Ihre 10 Fragen für das Erstgespräch mit dem Makler


  • Wie hoch ist Ihre Provision, und wer zahlt sie?

  • Wie viele Wohnungen/Häuser haben Sie im letzten Jahr in meinem Preissegment vermittelt?

  • Welche Quartiere in Zürich kennen Sie besonders gut?

  • Haben Sie eine formale Immobilienausbildung (SVIT, eidg. Fachausweis)?

  • Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab – Exklusivvertrag oder nicht?

  • Wie oft erhalte ich Updates zu passenden Objekten?

  • Begleiten Sie mich auch zum Notartermin?

  • Wie schätzen Sie die aktuelle Preissituation in meinem Zielquartier ein?

  • Können Sie mir drei Referenzkunden nennen?

  • Was passiert, wenn ich innerhalb von drei Monaten kein passendes Objekt finde?

Ihre Fragen zur Maklersuche in Zürich

Was kostet ein Immobilienmakler in Zürich?

Die übliche Maklerprovision liegt bei 2-3% des Kaufpreises. Bei einer Eigentumswohnung zum mittleren Preis von CHF 1,1 Millionen bedeutet das CHF 22’000 bis 33’000. Die Provision wird in der Regel erst bei erfolgreichem Kaufabschluss fällig – nicht vorher.

Kann man die Maklerprovision verhandeln?

Grundsätzlich ja, besonders bei hochpreisigen Objekten oder wenn Sie mehrere Käufe planen. In meiner Praxis sehe ich Spielraum von 0,25 bis 0,5 Prozentpunkten – aber nur bei konkretem Kaufinteresse und schneller Entscheidungsfähigkeit.

Brauche ich als Käufer überhaupt einen Makler?

Nicht zwingend. Wenn Sie Zeit haben, den Markt gut kennen und Verhandlungserfahrung mitbringen, können Sie direkt kaufen. Bei Zeitdruck, Unsicherheit oder komplexen Situationen (Lex Koller, Investment) ist ein spezialisierter Makler oft die bessere Wahl.

Woran erkenne ich einen seriösen Makler?

Achten Sie auf: SVIT-Mitgliedschaft oder eidgenössischen Fachausweis, transparente Provisionsangabe beim Erstgespräch, nachweisbare Abschlüsse in Ihrem Segment, und keine Drängerei zu Exklusivverträgen ohne Ausstiegsklausel.

Was ist der Unterschied zwischen Käufer- und Verkäufermakler?

Ein Verkäufermakler vertritt den Eigentümer und will den höchsten Preis erzielen. Ein Käufermakler vertritt Ihre Interessen und sucht das beste Objekt zum fairsten Preis. Vorsicht bei Maklern, die beide Seiten vertreten – Interessenkonflikte sind vorprogrammiert.

Die nächste Etappe für Ihre Immobiliensuche

Die Eigentumspreise im Kanton Zürich werden laut Prognose der ZKB für 2025-2026 um weitere 4,5% pro Jahr steigen. Wer kaufen will, sollte nicht auf fallende Preise warten – sondern auf den richtigen Makler setzen.

Meine Empfehlung nach acht Jahren Käuferberatung: Nutzen Sie digitale Vergleichsplattformen wie RealAdvisor für die Vorauswahl. Sprechen Sie dann mit zwei oder drei Maklern persönlich. Und unterschreiben Sie keinen Exklusivvertrag ohne Ausstiegsklausel – egal wie überzeugend das Erstgespräch war.

Was Sie jetzt tun sollten


  • Finanzierung klären: Bank kontaktieren, Tragbarkeit prüfen lassen

  • Maklerprofile auf Vergleichsplattformen recherchieren

  • Erstgespräche mit 2-3 Maklern führen – mit der Checkliste in der Hand

Hinweise zum Immobilienkauf in Zürich

  • Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Notar oder Rechtsanwalt
  • Provisionen und Marktbedingungen variieren je nach Objekttyp und Lage innerhalb des Kantons Zürich
  • Die genannten Richtwerte basieren auf Marktbeobachtungen 2024-2025 und können sich ändern

Bei konkreten Kaufabsichten konsultieren Sie einen SVIT-zertifizierten Immobilienmakler oder Notar im Kanton Zürich.

Geschrieben von Lukas Bergmann, immobilienökonom und Berater für Käufer seit 2017. Im Grossraum Zürich hat er über 250 Mandanten bei der Maklerauswahl und beim Immobilienkauf begleitet. Seine Expertise umfasst die Bewertung von Maklerleistungen, Verhandlung von Provisionen und die Absicherung von Kaufverträgen. Er berät sowohl Eigennutzer als auch Investoren in einem unabhängigen Beratungsbüro.